Noch am Leben

Donnerstag, 13.02.2014

Jaaja, ich höre die Klagen Einzelner bis hierhin.
Aber hier sind wir wieder !! Wir?

Ja, denn vorab möchte ich sagen, dass Laura und ich seit ca. zwei Wochen wieder zusammen sind und das war's zu dem Thema auch schon.

Kurz nachdem Laura zu ihrem zweiwöchigen Abenteuer aufgebrochen ist, hatten wir auch schon einen neuen Mitbewohner - Luis aus Köln.
Traf sich ganz gut, denn da er hier keinen Job hatte und ich anderthalb Wochen krank war, konnten wir uns die Zeit mit dem damals noch so angesagten Quizduell und unzähligen YouTube-Videos wunderbar vertreiben. Auch für ein paar Bier und manchmal ein wenig zu viele Gläser des kostbaren Weinabfalls Goon war er immer zu haben, was uns einige abenteuerliche Abende bereitete. Leider verließ er uns schon nach drei Wochen wieder in Richtung Deutschland und wir müssen feststellen, dass es mit ihm hier in der Wohnung deutlich lustiger war. In diesem Sinne Prost nach Köln und viel Spaß beim Karneval !

Seitdem Luis ausgezogen ist, wohnen Laura und ich auch wieder gemeinsam hier und unsere Pläne haben sich natürlich wieder geändert.
Dan ist, wie geplant, am 10. Februar schon nach Sydney aufgebrochen, Laura und ich bleiben noch bis zum 1. März hier in Melbourne und nehmen noch das Monatsgehalt mit. Dann fliegen wir nach Sydney, bleiben dort ein bis zwei Wochen und fahren dann gemeinsam mit Dan die Ostküste weiter in Richtung Norden.

Sonst gibt es nicht so viel zu berichten. Nach knapp dreieinhalb Monaten hat man sich hier langsam eingelebt und wenn ich euch Frage was ihr so in eurem Alltag Spannendes erlebt, fällt euch wahrscheinlich auch nicht so viel atemberaubendes ein. Sobald die eigentliche Reise aber losgeht, werden sich die Ereignisse überstürzen und ihr werdet mit dem Lesen gar nicht mehr hinterherkommen! .. Ne war ein Spaß. Bin viel zu faul so oft so viel zu schreiben.

Falls es wieder was berichtenswertes gibt, melden wir uns und bis dahin wünschen wir euch nochmal nen richtigen Winter und geht raus im Schnee spielen, statt die ganze Zeit Flappy Bird zu spielen !  mein Highscore ist 77 ;)


Theo & Laura 

Zwischenstand

Montag, 20.01.2014
Moin moin !
Es tut mir seehr Leid, dass ich das hier in letzter Zeit etwas schleifen lasse, aber in letzter Zeit fehlte mir etwas die Motivation zu schreiben.
Ich kann euch aber beruhigen, denn ihr habt nichts verpasst. Nach ein paar krankheitsbedingten Tagen zuhause, die ich mit den Australian Open momentan aber ganz gut überbrücken kann, geht es Mitte dieser Woche auch wieder weiter mit dem Arbeiten.
Ein Datum für unseren Aufbruch in Richtung Sydney gibt es jetzt auch.
Am 10. Februar machen Dan und ich uns gemeinsam mit zwei Finninen namens Miia und Heini auf den Weg - sofern das Auto bis dahin wieder fit ist, denn es ist dem lieben Dan leider abgekackt und muss jetzt repariert werden. Ich bin aber ganz zuversichtlich, dass uns unsere liebe Dora nicht im Stich lassen wird.

Wenn bis dahin noch aufregende Dinge geschehen werden, melde ich mich, ansonsten kurz nach unserer Abfahrt.

Schöne Grüße

Theo

Getrennte Wege

Freitag, 10.01.2014
Hallo liebe Leserschaft !
Hiermit wollte ich euch nur kurz mitteilen, dass Laura und ich vorerst nicht mehr zusammen reisen werden.
Wir haben uns leider getrennt, wobei ich nicht ins Detail gehen möchte.
Wir sind nicht im Streit auseinander gegangen, bleiben weiterhin in Kontakt und werden uns zwischendurch auf der Reise noch treffen. Wir verbringen die letzten drei Wochen in Thailand gemeinsam und kommen anschließend am 1. August wieder nach Deutschland.

Auf diesem Blog werde vorerst nur ich euch über meine Reise auf dem Laufenden halten.

Arbeit - Arbeit - Hitze

Donnerstag, 19.12.2013

Jetzt ist es doch schon wieder zwei Wochen her, dass wir uns melden. F**k !
Ich merke, wie die Menge, Ihr, tobt, weil es euch so brennend interessiert was wir machen, wo wir sind, wie wir leben, was wir sehen und wie es uns geht.
Eine Antwort: „Alles beim Alten.“
Nachdem unser wunderschöner Lagerjob beendet war, machten wir uns beide sofort wieder auf die Jobsuche und wurden auf ein Plakat im Hostel aufmerksam, auf dem die Kinderkrebshilfe nach Leuten suchte, die in der Stadt Geld sammeln möchten und dabei eben auch selbst Geld verdienen können. Die Gelegenheit Geld zu verdienen und dabei auch noch etwas Gutes zu tun, wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und wir wurden nach einem kurzen Anruf zum Vorstellen am Samstag eingeladen.
Zuvor, Donnerstag bzw. Freitag, hatte uns unser vorheriger Chef aber noch einen Tagesjob besorgt. Lauras Aufgabe war es am Donnerstag einem seiner Arbeitskollegen, dem Projektchef der verdammten iPad-Cover-Aktion, zu helfen Dinge für den bevorstehenden Umzug in Kisten zu packen  und wurde nachher noch gefragt ob sie bei einem Make-Up-Verkauf helfen könne, woraus sich nochmal ein dreitägiger Job entwickelte.
Meine Aufgabe war es am Freitag eben bei diesem Umzug zu helfen.
Zusätzlich wurde noch ein Umzugsunternehmen bestellt, das dann zwei Inder mit Truck lieferte.
Der Umzug konnte also beginnen.
Nach ca. 6 Stunden war das Spektakel dann vorbei und ich kam mit einem der beiden Inder ins Gespräch. Ich kann es mir nur so erklären, dass er so begeistert von meinem Engagement und der Leichtigkeit, wie ich mit der Couch und dem Kühlschrank hantierte, war, dass er mich prompt fragte ob ich Arbeit bräuchte.
Im Wissen, dass ich den Job als Spendensammler natürlich noch nicht sicher hatte, ließ ich mir die Nummer von seinem Chef Raj, einem weiteren Inder, womit feststand welches Land denn den Großteil der Mitarbeiter in dem Unternehmen namens „Move my Stuff“ stellte, geben und vereinbarte mit ihm einen Termin für Montag.
Am Samstag gingen Laura, Tizian und ich dann zu dem Vorstellungstermin für das Spendensammeln in der Innenstadt. Uns wurde erklärt, was wir zu tun haben, wie die Bezahlung aussieht (15% der gesammelten Spenden darf man behalten) und wir sollten anschließend einen Steckbrief ausfüllen und abgeben. Das wars.
Wir haben bis heute keine Ahnung, wie die Leute sich in fünfzehn Minuten, ohne wirklich mit jedem gesprochen zu haben, geschweige denn sich den Namen zu merken, entscheiden konnten, wen sie nehmen und wen nicht. Jedenfalls erhielten wir dann am nächsten Tag die erfreuliche Nachricht, dass wir, falls wir akzeptierten, im Team wären.
Da ich am Montag ja noch den Termin bei Raj hatte, ließ ich mir die Entscheidung noch offen und wartete das Gespräch erstmal ab.
Nachdem ich am Montag dann mit dem Auto nach Campbellville gefahren bin und mir anhörte was Raj so mit uns vorhatte, stand die Entscheidung relativ schnell fest und ab sofort war ich offiziell Umzugshelfer bei Move my Stuff. Juhu !
Am ersten Tag fuhr ich mit Sonu (Inder), seit dem zweiten Tag aber mit Ricky, eigentlich Himanshu, natürlich Inder, der sich durch den Job sein Masterstudium finanziert, durch die Melbourner Vororte und die Stadt selbst und liefere Möbel aus und helfe bei Umzügen.
Die Arbeit ist eigentlich ganz cool, weil man mal Tage hat, an denen man den ganzen Tag Möbel schleppt, an anderen aber auch mal nur ausliefert und den ganzen Tag im Truck sitzt und hier und da mal ne Couch in ein Haus bringt. Zudem sieht man die schönsten Häuser und Appartements auch mal von innen. Bisheriges Highlight war eine Lieferung in den 33. Stock eines Hochhauses in der Innenstadt mit fantastischem Blick über Melbourne. Der einzige Haken an der Geschichte war, dass es ein Marmortisch war. Einen Lift gab es zwar aber den Truck konnte man natürlich nur 300 Meter weit weg parken.
Die Freizeit kommt, zumindest bei mir, momentan zwar etwas kurz aber ab Januar ändert sich das ja komplett und dann sollten sechs Monaten reines Reisen nichts mehr im Weg stehen. Laura, die meist Abends spenden sammelt und ziemlich verblüfft darüber ist, wie spendabel die Australier sind, kann glücklicherweise das besser werdende Wetter hier in Melbourne voll und ganz auskosten und macht mich mit ihren täglichen Strandbesuchen bei 40°C ganz schön neidisch. Bei den Temperaturen kann ich mir echt besseres Vorstellen als vier Stunden einen Truck zu be- und ihn drei Stunden lang zu entladen, sich dann wieder in ihn hineinzusetzen und von einer Klimaanlage leider nur zu träumen.
Ihr könnt euch sicher denken, dass, trotz dem Weihnachtsbaum im Gemeinschaftsraum, der Straßendeko in der City und den Weihnachtslieder singenden Straßenmusikern, bei dem Wetter keine wirkliche Weihnachtsstimmung aufkommt und sich das, in den nächsten fünf, sechs Tagen, auch nicht wirklich ändern wird.
Am Montag sind wir auf die Weihnachtsfeier des Umzugsunternehmens und an Weihnachten, was hier natürlich am 25. gefeiert wird, zu einem Barbeceue eingeladen.

Einen Teil unseres hart verdienten und glückreich gewonnenen Geldes haben wir übrigens schon wieder klug investiert. Am 8. März sind wir auf dem Future Music Festival ( www.futuremusicfestival.com.au ) in Sydney, was hoffentlich großartig wird.

Wie ihr seht, sind in der Zwischenzeit nicht wirklich viele und erst Recht nicht besonders spannende Dinge passiert, weshalb ihr uns unsere multimediale Abwesenheit hoffentlich verzeiht.

Wir wünschen euch schon einmal frohe Weihnachten und für den guten Rutsch wird unser nächster, butterweicher Bericht noch vor Silvester sorgen.


Theo und Laura

Dora the Explorer !

Donnerstag, 05.12.2013

Guten Tag allerseits !

Etwas mehr als eine Woche ist vergangen und wir haben wieder einiges erlebt.
Nach unserem fulminanten Bingogewinn hatte uns der Alltag schnell wieder eingeholt und spätestens zwei Tage später stand uns Mittwochmorgens im Lager wieder die Top-Laune ins Gesicht geschrieben. Wir arbeiteten wie Roboter, doch der Gedanke an die Bezahlung motivierte und begleite uns die gesamte Zeit.
Freitagabend stand dann wieder das lang ersehnte Wochenende vor der Tür und Tizian, ein Bayer, Dan, ein Südafrikaner und wir gingen ins Base, wo es Freigetränke gab.
Guten Entscheidung, denn dabei kam heraus, dass Dan eine ähnliche Vorstellung von seiner Reiseroute hat wie wir. Es dauerte nicht lange, da stand fest, dass es das Beste wäre, wenn wir uns gemeinsam ein Auto kaufen und dann die Ostküste entlangfahren. Tizian schloss sich dann auch noch an und so bestand unsere nächste Aufgabe darin ein günstiges und doch gutes Auto zu finden - Es ist uns gelungen !
Gestern hatten wir uns das zweite mal mit Tim, einem Berliner, der zwei Jahre lang in Australien unterwegs war und nächste Woche nach Deutschland fliegt, getroffen und uns seinen 1995er Ford Falcon angeschaut. Das Auto ist ein langer Kombi, sodass zumindest zwei Leute drin schlafen können, fährt auf Gas und Benzin, hat ein paar kleinere Mängel, aber keine, die einem Sorgen bereiten sollten und kostet ... 2300$.
Durch äußerst geschicktes und charmantes Verhandeln, haben wir es dann geschafft es für 1850$ zu kaufen und sind nun stolze Besitzer der schönen Lady namens Dora the Explorer !
Mitte/Ende Januar geht es los und dann beginnt der schönere Teil des Work&Travel-Abenteuers.

Das Wochenende setzte sich am Samstag mit einer ausführlichen Tour durch Melbourne fort, zu der wir bisher noch nicht gekommen sind. Wir starteten am Queen Victoria Market, zogen durch die vielen Parks und gingen dann ins Casino, um zu sehen wie weit unsere Glückssträhne hält - nicht lange.
Nachdem wir jeder 5$ an Automaten verzockt hatten, gingen wir zum Roulette und setzten zweimal 5$ auf Rot. Nichts gewonnen und so sagte uns unser gesunder Menschenverstand, dass wir vielleicht doch wieder rausgehen sollten. Wir setzten uns dann am Nachmittag noch an den Yarra River und gingen Abends ins Kino.
Runder, schöner Tag, der am Sonntag aber noch einmal getoppt werden sollte.
Da stand die Great Ocean Road Tour auf dem Plan, die wir noch offen hatten.
Die Great Ocean Road ist eine 243 Kilometer lange Straße, die fast ununterbrochen entlang der Südküste Australiens, ähnlich dem Highway No. 1 in den USA, verläuft.
Um sieben Uhr morgens holte uns der Bus ab und nach einer Stunde erreichten wir den Beginn der Road in Torquay. Das Wetter war perfekt und dem Tag stand nichts mehr im Weg.
Die Küste selbst ist atemberaubend. Die Straße führt abwechselnd direkt an den Sandstränden oder hoch oben an der Steilküste entlang und zwischendurch fährt man auch schon mal durch den Regenwald.
Manche Strände sind komplett leergefegt und man ist, wäre man nicht mit einem Tourius und 20 Chinesen unterwegs, ganz für sich allein, an anderen findet man viele Surfer, Angler etc.
Nach einiger Zeit kamen hielten wir auf einem Parkplatz, weil man dort Koalas sehen kann. Und was sahen wir ? Einen popeligen Koala hoch oben im Baum, der schläft - tolle Sache !
Vor dem Baum waren aber Unmengen von Papageien, die scheinbar nur auf uns gewartet haben und im Tausch gegen ein äußerst leckeres Leberwurstbrot auf unsere Schultern, Köpfe und Arme flogen.
Eine halbe Stunde später saßen wir dann wieder im Bus und nach einem weiteren Stop und einem Gang durch den Regenwald, vorbei an Bächen und Mammutbäumen, erreichten wir dann eines der Highlights der Great Ocean Road, die zwölf Apostel.
Riesige Felsen, die aussehen als hätte Gott ein paar riesige Haufen vor die australische Küste gesetzt, im Sonnenlicht aber wunderschön und echt sehenswert.
Dann ging es weiter zur letzten großen Attraktion der Tour, Loch Ard Gorge und London Bridge.
1878 kenterte dort ein Schiff und nur zwei Menschen konnten sich in die Bucht retten und überleben. Die Bucht selbst sieht aus wie im Paradies. Kristallklares Wasser, ringsherum Klippen und Tropfsteinhölen. Wir entschlossen uns spontan schwimmen zu gehen und sprangen kurzerhand ins eiskalte Wasser.
Der London Arch ist ein etwas größerer Haufen im Wasser, unter dem ein großer Tunnel vom Wasser gegraben wurde. Bis 1990 hieß die Formation noch London Bridge, da noch eine natürliche Brücke zum Festland bestand, welche in dem Jahr allerdings zusammenbrach. Unglücklicherweise befanden sich zu dem Zeitpunkt noch zwei Personen auf dem jetzigen London Arch und konnten erst nach mehreren Stunden von einem Helikopter gerettet werden.
Am besten schaut ihr euch einfach die Bilder an, denn das meiste lässt sich mit Worten einfach nicht beschreiben.

Seit gestern sind wir nun auch wieder offiziell arbeitslos, da unser Chef uns nach 80.000 Qantas-Päckchen nicht mehr braucht. Am Samstag haben wir ein Vorstellungsgespräch bei der Kinderkrebsstiftung um, verkleidet als Rentier, Spenden zu sammeln.

Wir melden uns bald wieder und bis dahin genießt Xaver, den Sturm und das gute Wetter ;)

Theo und Laura

    

 

Zwei ereignisreiche Wochen

Dienstag, 26.11.2013

So, nach einer längeren Zeit melden wir uns mal wieder.
Der einfache Grund, weshalb wir etwas länger nichts von hören lassen haben, war zum einen die Zeit auf der Knoblauchfarm, auf der man kein Handynetz, geschweige denn Internet hatte und zum anderen, dass wir in der Woche zurück in Melbourne immer was zu tun hatten und uns sowohl Zeit, als auch manchmal die Lust hatte was zu schreiben. Tut uns aufrichtig Leid. ;)

Wie bereits erwähnt sind wir nach einer knappen Woche auf der Farm wieder nach Melbourne gefahren. Diese kurze Zeit bleibt uns auf jeden Fall lange in Erinnerung, nicht nur weil es unser erster Job war, die Rahmenbedingungen machten die Zeit einfach zu etwas "speziellem".

Nach vier Stunden Zugfahrt nach Swan Hill und noch einmal anderthalb Stunden Busfahrt nach Robinvale, waren wir dann endlich um ein Uhr morgens in dem besagten Örtchen angekommen. Camillo, unser Kontaktmann, Farmer und Italo-Australier und sein "Handlanger", Unterkunftsmanager und was auch immer Louis holten uns, Laura, mich, Sebastian, Stuart, Tom, Habib und Anton, die ebenfalls aus dem Coffee Palace kamen , dann ab und brachten uns nach einer viertel Stunde Fahrt vorbei an Äckern und Weinfeldern zu unserer Unterkunft. 
Der erste Eindruck war krass, sollte sich dann am nächsten Tag in wachem Zustand nochmal verstärken. Es war das ekligste und dreckigste Loch, in dem Ich in meinem Leben eine Nacht verbracht hatte.
Es bestand aus Containern, die zu einem "Haus" zusammengebaut wurden, überall klebten Fliegen an der Decke, an den Wänden, Allein in der Dusche befanden sich ca. zwanzig Spinnen.
Laura und ich hatten netterweise ein Zweierzimmer bekommen, was die Stimmung allerdings nicht besserte. Uns hatte keiner gesagt, dass wir Decken oder Schlafsack brauchen und von einem Bettbezug haben wir jeden Nacht geträumt, denn den hatten wir nicht, weshalb uns aber großzügigerweise ein Plastiksack zur Verfügung gestellt wurde, den man zum Transport von Matratzen benutzt. Geiles Gefühl - besonders bei der Tatsache, dass die Temperaturen nachts so um die 10°C lagen und die Wände natürlich nicht gedämmt waren.
Am nächsten Tag stand direkt die Arbeit auf dem Plan, also sechs Uhr aufstehen und fertig machen um zum Acker zu fahren. Die Arbeit selbst war entspannt, wir saßen auf Plastikboxen, holten uns immer den Knoblauch ran und mussten dann die Knolle vom Stiel und die Wurzeln von der Knolle trennen. Beginn war jedes Mal um 7 Uhr und Ende um 16 Uhr, genug Zeit also um Geld zu verdienen, wäre die Bezahlung gut gewesen.
Wir bekamen allerdings je Box 5$ und bei 3 Boxen in einer Stunde mit zwei Leuten blieb dann nicht viel über, zumal unsere Unterkunft 80$ die Woche kostete.
Hinzu kam, dass es nach zwei Wochen erstmal für eine Woche keine Arbeit mehr gab, wobei uns gesagt wurde, dass es mindestens Arbeit für vier Wochen gäbe.
Die Stimmung bei allen Leuten war geknickt, was sich für den größten Teil der 25 restlichen Bewohner durch täglichen zwölfstündigen Marihuanakonsum aber egalisierte. So etwas hatten wir noch nie erlebt. Das gesamte Knoblauchfeld roch ununterbrochen nach Gras und an den arbeitsfreien Tagen strömte bereits um neun Uhr morgens der mittlerweile vertraute Geruch vom "Wohnraum" in unser Zimmer. 
Nach einem arbeitslosen Tag und einem mit Zwischenarbeit auf dem Weinfeld verbrachten Tag, beschlossen wir zusammen mit Keith und Frazer zurück zum Coffee Palace zu fahren und hier wieder unser Glück zu versuchen. Fazit des Kurztrips waren viele neue Bekanntschaften, 40$ minus und der Ekelschock unseres Lebens.
Eine positive Eigenschaft hat dieser Schock allerdings - Der Coffee Palace kommt uns jetzt vor wie das Ritz Carlton und wir fühlen uns top und abgehärtet gegenüber Dreck !

Als wir dann am Samstag, den 16. November wieder in Melbourne ankamen, begann gleich die Jobsuche. Die Lebensläufe wurden etwas "aufgeschmückt", meine Zeit in der Lackfabrik hat sich durch wenige Mausklicks auf ein Jahr verlängert, hinzu kam eine einjährige Beschäftigung als Tellerwäscher und Küchenhilfe im Restaurant "Il Trullo" auf der Tennisanlage - dass es dieses Restaurant nicht mehr gibt und ich an Tellerwäscherskills nur das Einräumen einer Spülmaschine beherrsche, interessiert hier wahrscheinlich niemanden und dass Laura nicht wirklich ein ganzes Jahr Barkeeperin war, weiß nicht einmal die NSA - und die Jobsuche begann. Bewerbungen wurden verschickt, Bars wurden abgeklappert und auch für den Verkauf auf einer Sexmesse wurde sich einfach mal beworben.
Am Dienstag dann kam die Anfrage, ob wir nicht Lust hätten am nächsten Tag irgendwo in nem Lager mitzuhelfen. Die Chance nutzten wir direkt und die 120$ konnten wir gut gebrauchen. Zusammen mit Batiste, auch ein Deutscher, wurden wir dann am nächsten Morgen von Josef, einem wirklich netten und ziemlich witzigen Australier abgeholt und zum Lager gebracht. Unsere Aufgabe bestand darin iPad-Hüllen auszupacken, zu kontrollieren und wieder einzupacken, was ziemlich leicht war und durch die lockere Atmosphäre echt ein Top-Job war. Kurz vor Feierabend kam dann die erfreuliche Überraschung, dass Josef so begeistert von unserer "german efficiency" war, dass er uns gleich für die nächsten zwei Wochen einplante, was für jeden ca. 1300$ bedeuten.
Mittlerweile haben wir die Arbeit an den Hüllen beendet und dürfen Flyer für Qantas aus einer Tüte holen, umdrehen und wieder hineinstecken, da ein paar nicht so clevere Chinesen, sie so in die Tüte gesteckt haben, dass man die Rückseite, nicht aber das Adressfenster sieht.

Am Wochenende stand dann das erste Mal Melbournes Nachtleben auf dem Programm. 
Da eine Flasche Vodka hier mindestens 35$ kostet und ein Sixpack Bier auch unter 16$ nicht zu kriegen ist müssen wir uns mit dem günstigen und unglaublich ekligen Boxwine abgeben, der für 10$ je vier Liter zu bekommen ist, abfinden - Hauptsache es knallt! ;)
Freitag waren wir dann mit drei Engländern und einem Waliser im Hotel Barkly, ein kleiner cooler Club mit ziemlich schlechter Musik. Am Samstag stand dann eine groß angekündigte Hausparty bei einem ehemaligen Coffee Palace Bewohner auf dem Plan. Da derjenige, der angeblich wusste wie man dorthin kommt nicht ganz so den Plan hatte, stiegen wir zu früh aus der Straßenbahn und latschten noch zwei Stunden durch den strömenden Regen. Völlig durchnässt und komplett ausgenüchtert kamen wir dann endlich an. Die Party war in vollem Gange, der Alkohol leer und jeder, bis auf uns betrunken. Die letzte Bahn zurück kam in einer halben Stunde und K‘naan, der Waliser, Sam, einer der Engländer, und wir beschlossen die zu nehmen. Natürlich haben wir diese verpasst und nahmen ein Taxi zurück - der Rückweg war eindeutig das Beste am Abend.

Der Sonntag wurde dann vergammelt und am Montag waren wir nach dem Arbeiten hundemüde und ich wollte eigentlich früh ins Bett. Dagegen hatte Laura allerdings etwas und zwar Bingospielen im Hostel Base.
Auf der einen Seite stand ein warmes Bett und die Gewissheit morgen früh nicht wie ein Wrack bei der Arbeit zu erscheinen auf der anderen 10$ für 6 Bingo-Bögen und 15$ für nen Liter Bier. Da Laura aber unbedingt dahin wollte und Dan, ein Däne uns versicherte, dass das mit nem gemütlichen Bingo-Abend im Seniorenheim nichts zu tun hat, willigte ich ein und wir gingen hin.
Als wir dort ankamen war die Hälfte des Bingo-Abends schon vorbei und die Party in vollem Gange. So hatten wir uns das wirklich nicht vorgestellt. Alle Leute gingen ab und es war eine Hammerstimmung, da nebenbei noch ein Trinkspiel lief und man bei bestimmten Zahlen bestimmte Sachen machen musste um Freigetränke zu gewinnen.
Jede Runde gab es was zu gewinnen und in der letzten Cash $$$ !
Die vorletzte Runde lief miserabel, die Hoffnung auf das Geld war aber natürlich nicht verloren. Die Zahlen kamen und kamen und als am Ende noch 3 Zahlen fehlten war die Stimmung dermaßen auf dem Höhepunkt, dass man nichts mehr verstand. Also lief Laura los und fragte ob die 41 und 55, zwei der letzten drei Zahlen schon gezogen worden waren und sie waren es. Es waren nur noch drei Felder übrig und in allen stand die 7. Eine Zahl, die uns vom schönen Geld trennte - und sie kam, direkt im nächsten Zug kam die verkackte 7, das erste was ich hörte war ein lauter Schrei, der wahrscheinlich von Laura kam und ein noch lauteres "Bingo - Show me the fucking money!!", was wohl aus meinem Mund kam. Ich rannte nach vorne und reichte unter den lauten "Bullshit!"-Chören meinen Zettel ein. Die Zahlen wurden nacheinander kontrolliert und unser Puls stieg auf ca. 350. Und dann war es soweit, alle Zahlen waren korrekt und wir bekamen 567$. Die Freude war riesig und in Anbetracht dessen, dass ich, wäre Laura nicht so versessen darauf gewesen zum Bingo zu gehen, eigentlich sonst gepennt hätte, noch größer.
Die nächsten Tage können jetzt erstmal entspannter weitergehen und vielleicht bekommen wir auch im Anschluss an die zwei Wochen noch Arbeit bei Josef.

Bis zum nächsten Mal, dass wir uns melden, wird es nicht nochmal so lange dauern und wir wünschen euch noch nen schönen Resttag.

Theo und Laura 

  Unser Arbeitsplatz $$$ Shit Wetter BingoBongo Louis der Malaysianer $$$$$$$$$$$$

Pinguine - Zimmer mit Meerblick - Dracula

Montag, 11.11.2013

Da sind wir wieder !


Nach unserer Landung lief alles erstmal ein bisschen chaotisch ab. Der Typ, der uns zum Hostel bringen sollte, war nicht da, also mussten wir uns selbst darum kümmern, was mit 20kg auf dem Rücken und nochmal 6-7 vor dem Bauch nicht so locker war. Wir haben es dann aber doch geschafft und sind gratis zum Coffee Palace, unserem Hostel, gekommen. War aber leider doch das falsche und so wurden wir nach einer halben Stunde zum Habitat, einem anderen Hostel, gefahren. Dann hatten wir es aber auch geschafft.
Das Wetter war dafür fant.. naja bescheiden. 20°c, bewölkt, windig, zwischendurch Regen - Top ! 
Am zweiten Abend hatten wir dann vor zum Pier zu gehen und die Pinguine zu sehen, von denen man sagte, dass sie dort lebten. Auf dem Weg zum Pier wurde der Wind stärker und der Regen heftiger und so standen wir dann nach einer viertel Stunde nass am Ende des Piers und sahen die kleinen Pinguine, worauf Laura mit einem schrillen "Piiiiinguiiiiiine" auch die vier Chinesen hinter uns aufmerksam machte.
Nachdem wir also ein wenig Zeit damit verbracht hatten die kleinen Dinger zu sehen, gingen wir wieder zurück und schauten uns am nächsten Tag, bei besserem Wetter, Melbourne an. Coole Stadt mit unglaublich vielen Chinesen, um mehr darüber zu schreiben müsste man aber auch mehr gesehen haben, was bei unserem kleinen Besuch nicht möglich war.
Am Sonntag war dann die Zeit gekommen, um sich ein anderes Hostel zu suchen. Da der Coffee Palace, bei dem wir anfangs ja urtümlich gelandet waren, im Eingangsbereich einen zwar nicht so ordentlichen aber coolen Eindruck hinterlassen hatte beschlossen wir uns hier für eine Woche einzuquartieren. Zudem war ein Zimmer hier um 14$ pro Nacht günstiger als im Habitat - warum merkten wir sehr schnell !
Wir kamen in unser Zimmer. Ein 4-er Zimmer, in dem wir die einzigen waren, klingt zwar gut, gab einem aber beim Blick aus dem Fenster das Gefühl man sei im Knast gelandet. Statt wunderbarem Blick auf die Skyline Melbournes oder das Meer, erwartete uns in knapp 8ocm Entfernung eine rote Backsteinmauer - coole Sache. Die Duschen und Toiletten taten ihr Übriges um die Knaststimmung abzurunden und die dünnen Decken in Verbindung mit der grandiosen Idee um vier Uhr nachts die Korridore zu fegen machten erst richtig Laune auf die nächste Woche.
Das Frühstück sah allerdings vielversprechend aus. Pancakes ! Da hätte es uns auch schlimmer treffen können. Um ein wenig von der doch eher dürftigen australischen Esskultur mitzukriegen, taten wir es den Australiern gleich und garnierten unsere Pancakes mit feinstem Zucker und Zitronensaft ! Schlechte Idee, wie wir dann merkten.
An dem Tag, also heute, stand dann eine Führung durch Melbourne mit anschließendem Barbecue auf dem Plan, vorher wollten wir aber im Büro unsere Bewerbungen checken lassen, dabei wurden wir auf einen Job aufmerksam, für den gerade Leute benötigt wurden. Wir ergriffen die Gelegenheit und riefen bei dem Farmer an, der natürlich nur auf uns gewartet hat, damit wir ... seinen heiligen Knoblauch ernten dürfen !! Dracula erblasst vor Neid.
Die Farm liegt in Robinvale, 4-5 Stunden von Melbourne an der Grenze zu New South Wales, also dem Bundesstaat in dem Sidney liegt. Koffer sind gepackt, der Rest der Woche im "Kaffee Palast" storniert und wir machen uns gleich auf den Weg zum Bahnhof.

Bis die Tage und G'day mates !


Theo und Laura Zimmer mit Meerblick   Pier Pier Piiiiinguiiine  

Gruß aus Dubai !

Mittwoch, 06.11.2013
Nach 6,5 Stunden Flug haben wir es endlich geschafft und sind in Dubai angekommen. Der Haken ist, dass wir noch 3,5 Stunden Wartezeit und mindestens 15 Stunden im Flugzeug vor uns haben.
Sitzen jetzt auf dem Boden an einer Steckdose und werden von dem bunten Volk, das hier so rumläuft komisch angeguckt.

Wir melden uns aus Melbourne wieder.
Bis dahin

Theo & Laura


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